Technologie für Senioren in Japan

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Als die am schnellsten alternde Gesellschaft, gilt jene Japans. Etwa 40000 Japaner sind über hundert Jahre alt. Manche von ihnen, werden nicht einmal vermisst, sie „werden“ verloren. Es wurde erkannt, dass der Markt der Zukunft, jener für alte Menschen ist. Wie denkt Europa darüber?

Um diesen Menschen zumindest teilweise Bewegung, besser gesagt, Mobilität zu geben, präsentierte vor einigen Jahren die Forschungsabteilung eines Autokonzerns eine „Geh-Maschine“. „i-foot“, so der Name, trägt „seinen Herrn/seine Herrin“ aufrechten Ganges, dort hin, wo es gewünscht ist.

Begünstigt durch die Kreativität der japanischen Industrie, sind die „Geräte“ kleiner und somit handlicher geworden. Der „walking-assist“ wird von Gehbehinderten an der Hüfte befestigt und fungiert dann als elektronischer Kraftverstärker und „Schritt-Kontrollor“. Zielgruppe sind muskelschwache, aber noch mobile Greise.

Für Personen, welche bereits bettlägerig sind, wurde eine Art Roboterbett erfunden, das bereits Marktreife erreicht hat. Wünscht es der Patient, wird das Bett zu einem Rollstuhl. Per Sprachsteuerung funktioniert da Ganze auch umgekehrt. Als angenehmer Nebeneffekt hat dieses Gerät die Budgets der staatlichen Krankenhäuser entlastet.

Auch für jene, wie oben schon angedeutet, die „verloren gehen“ haben sich neue Möglichkeiten entwickelt. Auf GPS basierende Ortungsgeräte für Vermisste und das Training des Gehirn sollen zu mehr (geistiger) Leistung verhelfen. Kritiker meinen, besser wäre etwa Schach zu spielen.

Was nützt das alles, wenn die alten Menschen trotz aller technischer Hilfe alleine sind? „Paro“ schafft hier Abhilfe. Der therapeutische Roboter, einem Seehundbaby ähnlich, vertreibt die Einsamkeit. Durch Berührung „erwacht“ er und wendet sich sofort dem Besitzer zu. Künftig soll „Paro“ auch medizinisch tätig werden. Mit Puls messen und Lieder vorsingen sind seine Möglichkeiten noch längst nicht ausgeschöpft.  Es sind zwar Tiere in Kliniken und Seniorenheimen verboten, aber „Paro“ darf mit ins Zimmer und auch ins Bett.

Die Altenbetreuung

Altenbetreuung ist insbesondere für eine Gesellschaft, die immer älter wird, die Voraussetzung dafür, dass alle Teile der Gesellschaft ein bis zu ihrem Ableben lebenswertes Leben führen können.

Wie bereits erwähnt, altert unsere Gesellschaft zunehmend und die Geburtenrate nimmt gleichzeitig ab. Bereits in 20 Jahren wird mehr als die Hälfte der Menschen in Deutschland älter als 50 Jahre sein. Dies bedeutet, dass es immer mehr Menschen geben wird, die Betreuung im Alter benötigen.

Der Altenbetreuung kommt deswegen eine immer wichtigere Rolle zu, denn sie leistet Unterstützung für hilfs- und pflegebedürftige ältere Menschen. Die Altenbetreuung hilft beispielsweise Ärzten bei ihrer Arbeit und sorgt diesbezüglich dafür, dass die Patienten regelmäßig ihre Medikamente einnehmen, sie hilft bei der Ausführung und Planung von therapeutischen Maßnahmen, übernimmt Hausarbeiten, sollte der Betreute nicht mehr in der Lage dazu sein.

Aber auch eine wichtige soziale Aufgabe kommt der Altenbetreuung zu. Denn alte und schwache Menschen dürfen nicht aus der Gesellschaft ausgegrenzt werden. Deswegen regt die Altenbetreuung an, Veranstaltungen zu besuchen, soziale Kontakte zu pflegen und neue zu knüpfen und versucht so, dass sich ältere und kranke Menschen von der Gesellschaft angenommen fühlen und am sozialen Leben teilnehmen.

Eine schöne Aufgabe, wenn sie denn ernst genommen wird. Denn schließlich werden wir alle einmal alt, und wer weiß, ob wir dann nicht auch eine Betreuung benötigen. Dann wären wir sicher froh, wenn sich jemand um uns kümmern würde.